Wirtschaftsmotor Sport

footballSponsoring, Merchandising, TV-Rechte, Bau-Investitionen, Förderung des Breitensports und, und, und – der Sport in Deutschland setzt Milliarden Euro um. 

Sport ist nicht nur die schönste Nebensache der Welt und außerdem ein gesundes Hobby – er ist auch ein Wirtschaftsfaktor: Bei Olympischen Spielen, Fußball-Welt- oder Europameisterschaften sowie anderen Großevents fließen Milliarden Euro, und auch die Bundesbürger zeigen sich nicht zurückhaltend, wenn sie in den Skiurlaub fahren oder ihre Fußball-Begeisterung ausleben.

Die privaten Haushalte in Deutschland geben jährlich 89,1 Mrd. Euro für sportbezogene Waren und Dienstleistungen aus. Das sind 6,6 % aller privater Konsumausgaben. Zu diesem Ergebnis kommt das Sportsatellitenkontos – eine Studie, die vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und dem Bundesinstitut für Sportwissenschaften (BISp) finanziert und von dem Marktforschungsunternehmen 2hm sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) durchgeführt wurde. Direkt mit dem Sport verbundene Produktionen machen 3,3 % (73,1 Mrd. Euro) des Bruttoinlandsprodukts aus. „Damit leistet der Sport eine ähnlich hohe Wertschöpfung wie der Fahrzeugbau“, sagte Gerd Ahlert von der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS).

Auch bei der Beschäftigung spiele der Sport eine große Rolle, ergänzte Hans-Peter Krämer vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). So seien 1,8 Mio. Menschen im Sportbereich beschäftigt. „Das sind 4,4 % der Erwerbstätigen und damit 2 % mehr als noch 1998“, sagte er. Nehme man noch die positiven gesellschaftlichen, gesundheitlichen und bildungspolitischen Effekte dazu, müsse man feststellen: „Der Sport ist kein Kostenfaktor sondern ein kostbares Investitionsgut.“

Bundesliga mit neuen Bestmarken
Insbesondere die Fußball-Bundesliga hat sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einem Jobmotor im Sport entwickelt. Die Vereine der 1. und 2. Bundesliga erreichten in der Saison 2015/16 erneut eine Bestmarke bei den Beschäftigtenzahlen. 53.114 Menschen arbeiteten in direkter Anstellung oder durch Beauftragung der 36 Proficlubs. Im Vergleich zur Vorsaison bedeutet dies einen Anstieg von mehr als 3.000 Beschäftigten. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesliga-Report 2016 der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Für die Vereine und Kapitalgesellschaften sowie ihre Tochterunternehmen waren insgesamt 19.081 Menschen tätig, davon 4.982 in Vollzeitanstellung, die übrigen als Auszubildende, in Teilzeit oder als Aushilfskräfte. Für im Auftrag der Clubs tätige Dienstleister waren 34.033 Menschen beschäftigt. Den höchsten Anteil verzeichnen dabei Cateringfirmen sowie Unternehmen aus dem Sicherheits- und Wachdienst. Welche Bedeutung die Bundesliga als Arbeitsmarkt erreicht hat, zeigt der Zehn-Jahres-Trend. In der Saison 2005/06 arbeiteten „nur“ rund 31.000 Beschäftige bei einem Club der 1. und 2. Liga. Durch die stetige Professionalisierung wachsen die Vereine in ihren Organisationsstrukturen, entsprechend nimmt der Personalbedarf ständig zu. Der Lizenzfußball in Deutschland verzeichnete in den vergangenen zehn Jahren einen Beschäftigungsanstieg von rund 62 %. 

Ob Vollzeit auf der Geschäftsstelle oder Teilzeit im Fanshop, ob Auszubildende oder Aushilfen am Spieltag im Sicherheitsdienst, für Cateringfirmen oder im Sanitätsdienst – von jedem einzelnen Beschäftigten profitiert die gesamte Volkswirtschaft vom professionellen Fußball in Deutschland. Entsprechend haben die von den Vereinen und den Arbeitnehmern entrichteten Beiträge an Steuern und Abgaben an die Finanzbehörden sowie die Sozial- und Unfallversicherungen ebenfalls ein Rekordniveau erreicht. Mit einem kumulierten Wert von 1,1 Mrd. Euro an betrieblichen sowie personenbezogenen Steuern und Abgaben wurde die Milliardengrenze in der Saison 2015/16 erstmals geknackt.

Dieser Artikel erschien erstmals im Stadionwelt Special Aus- und Weiterbildung im Sportbusiness. Im Mai 2018 erscheint die neue Auflage des Stadionwelt Specials.


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