Wirkungsvolle Strategie und Taktik: von echten CHAMPIONS lernen

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FC Bayern München und BVB Borussia Dortmund als Lehrbeispiele

Nichts ist schwieriger, aber auch reizvoller und spannender, als eine Organisation die „im Mittelfeld vor sich hindümpelt“ an die Spitze zu führen und dies im beinharten Wettbewerb und mit limitierten finanziellen Mitteln. Ebenfalls großem Geschick und entschlossenem Handeln bedarf es, einen ehemals souveränen Marktführer nach Jahren des Misserfolges wieder neu zu positionieren und zu alter Stärke zu führen. Der BVB Borussia Dortmund und der FC Bayern München haben eindrucksvoll bewiesen, dass beides möglich ist. Zwar mit unterschiedlichen  Strategien, aber immer konsistent auf Basis der eigenen Stärken und Identität, und vor allem getreu dem Prinzip „Menschen machen den Unterschied“.  Dabei spielten sowohl Kontinuität und Expertise in der Führungsmannschaft eine große Rolle, als auch entschlossenes und konsequentes Handeln. Was Verantwortliche in Unternehmen von diesen beiden CHAMPIONS lernen können, zeigt die Analyse der Vorgehensweise der eigentlich so unterschiedlichen, aber trotzdem in den letzten Jahren gleichermaßen erfolgreichen, Vereine.

Ernst Holzmann [square]

Der 19. Mai 2012 war kein guter Tag für den FC Bayern München (und rückblickend auch nicht für den deutschen Fußball): Trotz ständiger Feldüberlegenheit und dem 1:0 von Thomas Müller in der 83. Minute verlor man noch das Champions-League Finale „dahoam“ im Elfmeter-Schießen gegen den FC Chelsea. Man hatte in der Saison 2011/12 alles auf eine Karte – den Gewinn der Champions-League – gesetzt, frühzeitig das nationale Titelrennen gegen Borussia Dortmund aufgegeben, und nun stand man, wie schon das Jahr zuvor, ohne Titel und mit leeren Händen. Der komplette Verein – vom Platzwart bis zum Präsidenten – war demoralisiert. Ganz anders die Dortmunder: 2005 wurde in letzter Minute der finanzielle Ruin vermieden und in den folgenden Jahren pendelte man in der 1. Bundesliga zwischen Platz sieben und dreizehn hin und her. Aber mit Beharrlichkeit, Konsequenz und Leidenschaft gelang der Turn around, in 2011 und 2012 wurde die Deutsche Meisterschaft geholt und mit dem Gewinn des DFB-Pokals in 2012 sogar das begehrte „Double“.

Auch die deutsche Nationalmannschaft litt bei der EM 2012 unter dem Bayern-Trauma. Das Hauptgerüst des Teams bestand schließlich aus Spielern des FCB und eigentliche Führungspersonen wie Bastian Schweinsteiger (verschoss im Champions-League Finale den entscheidenden Elfmeter) reisten mental und körperlich angeschlagen an, auch deswegen schied J. Löw´s Team im Halbfinale gegen die Italiener sang- und klanglos aus.

Exakt ein Jahr später ein ganz anderes, teilweise wieder gewohntes Bild:  Die Bayern tanzen von einer Party zur anderen, holen als erster deutscher Verein das Triple (Deutscher Meister und Pokalsieger, Gewinner der Champions-League) und haben scheinbar mühelos die alten Regeln und Gesetzmäßigkeiten („Mia san Mia“) wieder hergestellt. Ebenso wie verwandelt präsentiert sich Borussia Dortmund auf internationaler Ebene. War die Mannschaft in den Spielzeiten davor noch naiv und ohne Durchschlagskraft aufgetreten und in der Vorrunde ausgeschieden, kämpfte man sich nach teilweise grandiosen Spielen in das Finale und war dort im rein deutschen Endspiel den Münchnern mehr als ebenbürtig.

Wie war nun dieser Wandel des ehemaligen „Aschenputtels“ Borussia Dortmund zu einer „Goldmarie“  und das Zurückkehren des FC Bayern München zu alter Stärke möglich, und dies innerhalb relativ kurzer Zeit? Was können Führungskräfte von diesen CHAMPIONS des Fußballs lernen und stimmt es wirklich, dass gerade Menschen an der Spitze einer Organisation, egal ob in der Wirtschaft oder bei Vereinen, den Unterschied machen?

Wenn man sich intensiver mit den in den letzten Jahren getroffenen Entscheidungen – speziell bezüglich Personal – den umgesetzten Maßnahmen und der entsprechenden Entwicklung beschäftigt, wird einem schnell klar, dass beide Vereine die Standard-Instrumente einer erfolgreichen Unternehmens-Strategie angewendet haben müssen, wie die SWOT- und Wettbewerber-Analyse, das Besinnen auf die unverwechselbare Identität und die eigenen Kernkompetenzen. Es wurden eine begeisternde Mission entwickelt, anspruchsvolle Ziele definiert, Spitzenkräfte für die wichtigsten Positionen verpflichtet und die entwickelte Strategie konsistent und konsequent mit wirkungsvollen Maßnahmen umgesetzt.

Lesen Sie  Teil 1: BVB Borussia Dortmund: Erfolg ist vielleicht doch planbar hier...

Ein herzlicher Dank für diesen Gastbeitrag geht an den Manager, Dozent, Autor, Fußballfachmann Ernst Holzmann.

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