Präsident des ITTF spricht über Olympisches Wachstum und neue Formate

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Thomas Weikert hat vor Kurzem seine Pläne umrissen, die Präsenz von Tischtennis bei den Olympischen Spielen zu erhöhen und die Darstellung des Sports zugunsten von Geschäftspartnern zu verändern, sofern er nächsten Monat zum Präsidenten des Internationalen Tischtennisverbands wiedergewählt wird.

Der deutsche Amtsinhaber trat im September 2014 seine Amtszeit an, nachdem Adham Sharara nach 15 Jahren im Amt zurückgetreten war. Nun nahm er den Welttischtennistag zum Anlass, um sein Wahlprogramm „Delivering Value and Growth for Global Table Tennis“ (Weltweite Wertsteigerung und Wachstum für das Tischtennis) zu veröffentlichen.

Seit seinem Amtsantritt hat Weikert Table Tennis X (TTX) eingeführt, eine neue und schnellere Version des Sports, eine Image-Erneuerung der World Tour für Spitzensportler geleitet sowie ab diesem Jahr die gewerblichen Rechte des Verbands zurückerworben, indem er eine langjährige Partnerschaft mit TMS International beendet hat.

Weikert erklärte heute im Interview mit Sportcal: „Wir haben in kurzer Zeit viel erreicht. Ich denke jedoch, dass wir moderner werden müssen. Es ist nicht leicht, neue Ideen oder Events einzubringen oder die Werbeeinnahmen zu erhöhen. Man muss Mitarbeiter und Verbände davon überzeugen, dass Veränderungen nötig sind. Ich glaube, dass wir seit Anfang 2016 auf einem guten Weg sind. Die Werbeeinnahmen steigen.“

Die jährlichen Werbeeinkünfte lagen in den vergangenen Jahren zwischen sechs und sieben Millionen $. Im Jahr 2017 werden diese voraussichtlich bei über 10 Millionen $ liegen. Dies ist hauptsächlich auf den größten Deal in der Geschichte des Verbandes zurückzuführen, der mit dem chinesischen Transportriesen Seamaster abgeschlossen wurde. Das Unternehmen ist damit zum Hauptsponsor der World Tour und exklusiven Handelspartner von TTX geworden.

Zudem wird die diesjährige Weltmeisterschaft in Düsseldorf, wo am 31. Mai auch die Wahlversammlung des ITTF stattfinden wird, erstmalig von vier großen Sponsoren unterstützt.

Weikerts Konkurrenten bei der Präsidentschaftswahl sind der Vizepräsident des ITTF und Präsident der Qatar Table Tennis Association, Khalil Al-Mohannadi, sowie der ehemalige belgische Weltklassespieler Jean-Michel Saive.
 
Viele Führungsgremien geben Umsatzziele nur widerwillig preis. Weikert, von Beruf Rechtsanwalt, erklärte hingegen: „Wir müssen auf transparente, klare Art und Weise handeln. Eine gute Leitung ist für alle Organisationen wichtig. Man muss transparent sein, denn sonst verliert man das Vertrauen von Geschäftspartnern.“

Er erwähnte auch die Festlegung zeitlicher Grenzen als weiteres Beispiel guter Leitung. Zudem erklärte er, dass er nur für eine weitere vierjährige Amtsperiode im Amt bleiben will, sofern er beim ITTF-Kongress im Mai wiedergewählt wird.

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Er fügte hinzu: „Es steht in der Verfassung der USA – zwei Wahlperioden ergeben acht Jahre. Das ist für jeden eine gute Zeitvorgabe. Danach ist es Zeit für Veränderungen, um neuen Wind in die Organisation zu bringen.“

„Wenn ich also wiedergewählt werde, bekommt der ITTF ab 2021 trotzdem jemand Neuen. Wenn man den Richtlinien für gute Verbandsführung genau folgt, muss dies immer der Fall sein.“

Eine Wiederwahl würde dafür sorgen, dass Weikert 2020 in Tokio noch einmal die Leitung für den Tischtennissport bei den Olympischen Spielen übernimmt – wo, wie er hofft, dem Programm bis zu drei neue Veranstaltungen hinzugefügt werden.

Der ITTF veranstaltet zurzeit vier Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen: Einzel der Männer und Frauen sowie Mannschaftswettkämpfe der Frauen. Es wurden jedoch Anträge für die Aufnahme von gemischten Doppel und Doppel der Frauen (2008 in Peking durch Mannschaftswettkämpfe ersetzt) eingereicht.

Weikert erklärte: „Wir glauben, dass wir uns bezüglich der Olympischen Spiele erheblich verbessert haben. Wir sind nun in der Gruppe C für die Finanzierung durch das IOC, was für uns eine große Ehre und Anerkennung ist, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

„Japan ist für uns ein starker Markt. Daher ist Tokio 2020 eine große Chance. Wir waren der Meinung, dass wir statt vier Wettkämpfen lieber fünf oder sogar sieben hätten … Wir werden die Spieleranzahl nicht erhöhen, das erleichtert den Organisatoren die Arbeit ein wenig…Gruppe C ist der erste Hinweis, dass wir stärker geworden sind. Der nächste Schritt ist, für einen stärkeren Wettbewerb zu sorgen.“

Während der Olympischen Spiele in Rio führte der ITTF TTX ein, um eine jüngere Generation von Fans anzusprechen. Das Spiel wird mit einem größeren, schwereren Ball und einfacheren Schlägern gespielt, die weniger Spin erzeugen. Ein Spiel umfasst drei Sätze zu je zwei Minuten (statt des traditionellen Spielendes, sobald ein Spieler 11 Punkte erreicht hat). Weikert möchte diese Innovation im professionellen Sport nachbilden. Weiterhin erklärte er: „Die deutschen Medien meinen: ‚Es ist schwierig, Ihren Sport zu zeigen, weil wir zum Beispiel bei Fußball wissen, dass ein Spiel zwei Halbzeiten zu je 45 Minuten lang ist. Tischtennis kann anderthalb Stunden oder drei Stunden dauern.’ Jetzt können wir manche Regeln ändern.“

Zu den Veränderungen gehören einfach mehr Bälle neben der Platte zu platzieren, um die Pausenzeit zwischen Punkten zu verkürzen, sowie jedes Spiel auf sechs Minuten zu begrenzen.

Weikert erklärte: „Wir testen dies bei ein paar Wettbewerben. Unserer Meinung nach eignet sich das besser fürs Fernsehen.“

Bei der Weltmeisterschaft in Düsseldorf wird der ITTF mithilfe von Seil- und Zeitlupenkameras seine Produktionskapazitäten erhöhen, um „den Zuschauern zu zeigen, wie dynamisch das Spiel ist“.

Der Fokus wird zudem durch den Einsatz von Technologien, die Ballgeschwindigkeit und Spin messen, auf Daten liegen.

Weikert erklärte: „Es ist eine große Investition. Aber wir müssen der Welt unser Produkt verkaufen und Leuten außerhalb der Halle zeigen, wie gut es ist. All das ist davon abhängig, wie man seinen Sport präsentiert und wie man Technologie einsetzt.“

Die sieben Hauptsäulen von Weikerts Wahlprogramm sind: Die Entwicklung von Tischtennis voranzutreiben und die nationalen Verbände zu stärken; höchste Führungs-, Integritäts- und Transparenzstandards umzusetzen; Stabilität, Kontinuität und positive Beziehungen zu Olympia/IOC sicherzustellen; Geschäfts- und Werbechancen zu maximieren; die Präsentation unseres Sportes zu verbessern; digital mit unserem Publikum zu interagieren und jüngere Fans anzusprechen sowie Tischtennis für behinderte Spieler zu entwickeln.

Er nimmt die Dienste von Vero in Anspruch. Die Sportkommunikationsfirma unter der Führung von Mike Lee hat bereits an den erfolgreichen Präsidentschaftswahlkämpfen von Gianni Infantino, Sebastian Coe und Brian Cookson für die FIFA, die IAAF und den UCI – die jeweiligen Dachverbände für Fußball, Leichtathletik und Radsport – mitgewirkt.

Der original englische Artikel wurde ursprünglich von unserem Partner Sportcal veröffentlicht.


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