Jürgen Beckmann im sponsor news Interview über Sportförderung der Bayer AG

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Sportförderung: Spannende Einblicke aus dem Interview von GlobalSportsJobs Partner sponsor news mit Jürgen Beckmann von Bayer:

BAYER. Mit 14 Mio. Euro jährlich fördert Bayer den Sport, doch an eine Ausweitung im Profibereich denkt der Konzern trotz des neuen New York- Einsatzes nicht, erzählt Jürgen Beckmann gegenüber sponsor news.

Vor einigen Wochen überraschte Bayer mit der Ankündigung, sich zum ersten Mal im nordamerikanischen Fußball engagieren zu wollen. Eine Partnerschaft mit den New York Red Bulls — so etwas hatte es noch nie gegeben. Warum dann jetzt? Hatten die Bullen etwa einen neuen Star aus Europa gekauft? Nein, hatten sie nicht. Kündigte sich hier vielleicht eine Großoffensive von Bayer im Fußball an? Auch nicht, versichert Jürgen Beckmann, Sportkoordinator der Bayer AG, im Gespräch mit sponsornews: "Der Vertrag mit den New York Red Bulls ist ein rein regionales Engagement, das vor allem Kooperationen mit dem Verein beinhaltet."

An Werbung im Stadion sei nicht gedacht. Das Ganze war aus einem innerbetrieblichen Interesse seitens der Bayer-Mitarbeiter entstanden. Zudem liege das Trainingszentrum der Red Bulls nur zwei Kilometer von dem Nordamerika-Headquarter von Bayer entfernt. Clou des Ganzen seien regelmäßige Kindercamps, bei denen die Kleinen mit richtigen US-Profis trainieren könnten. Und natürlich wird es für jedes Spiel Kartenkontingente für die amerikanischen Bayer-Mitarbeiter geben. Aber eben, wie gesagt, keine Bandenwerbung.

Also vielleicht doch ein Testballon für Engagements in Europa? Nein, versichert Beckmann erneut: "Wir werden bei unserer Entscheidung bleiben und uns im Profifußball ausschließlich auf Bayer 04 Leverkusen konzentrieren." Was nicht heiße, dass Bayer sich ganz aus dem Sport zurückziehe. 2007 sei zwar die Entscheidung getroffen worden, die Anzahl der Profisportarten zu reduzieren, die von dem Konzern unterstützt werden. Doch mit einem Budget von jährlich 14 Mio. Euro sei Bayer nach wie vor einer der größten Sportförderer in Deutschland.

Wie das? Beckmann geht im sponsornews-Gespräch ins Detail. "Wir haben keine Mannschaften abgeschafft, die Bayer Giants oder den TSV Bayer Dormagen gibt es nach wie vor, nur eben in der 2. Liga, wo der Sport semiprofessionell betrieben wird." Einziges Proi-Engagement bleibe der Bundesligaclub Bayer Leverkusen, der seit Jahren zu den Top-5-Spitzenteams der Bundesliga gehört und dem Chemiekonzern auch international positive Bekanntheit beschert.

Über das Warum des Ausstiegs bei den bisherigen anderen Sportengagements gibt Beckmann freimütig Auskunft: "Die Mediadaten haben uns davon überzeugt, dass sich für uns ein Engagement im professionell betriebenen Basketball oder Handball nicht mehr lohnt. Wir haben uns dann entschieden, uns auf den Fußball zu konzentrieren." Weiter unterstützt werden auch nach dem neuen Konzept Olympiasportler, sie sind ja keine Profis. Die Fechterin Britta Heidemann etwa wird von Bayer gefördert und auch als Werbebotschafterin, etwa in China, eingesetzt. Dutzende weitere Sportler, vor allem aus der Leichtathletik, gehören ebenfalls dazu.

Aber wie viele Bayer-Vereine gibt es jetzt dann eigentlich noch? Beckmann holt aus: "An unseren Standorten am Niederrhein hat Bayer vor über 100 Jahren 66 Vereine gegründet, 28 davon waren Sportvereine." Aus dieser Zeit stammt auch der Name von Bayer Leverkusen, lange Zeit ohne großes Aufhebens geführt, doch nach dem Aufstieg des Vereins in die Bundesliga — 1979 war das — , schuf die DFL eine „Lex Leverkusen“, die sowohl den 100%-igen Besitz durch den Konzern erlaubte, als auch die Namensgebung. Firmen haben sonst nicht das Recht, ein Titelsponsoring zu übernehmen, leidlich erfahren zuletzt von Red Bull, das sein Leipziger Abenteuer deshalb RasenBallsport Leipzig nennt. Immer mit der Hoffnung, dass das vorgestellte "RB" eines Tages auch in "Red Bull" geändert werden kann. Irgendwann wird es sicherlich dazu kommen, will man nicht ständig hinter der englischen Premiere League hinterherlaufen.

Zurück zu Bayer: Von Vereinen, die aus Bayer-Sicht vor allem kommunale Aufgaben übernehmen, wie etwa Angel- oder Schachvereine, habe man sich 2007 getrennt, sagt Beckmann, und von den Sportvereinen sei 21 die Unterstützung weitgehend gestrichen worden. Sechs Großvereine unter dem Bayer-Kreuz umfassen heute 90 Prozent der ehedem 50.000 Mitglieder von Bayer-Vereinen.

Zur Philosophie des Unternehmens gehört auch weiterhin die Einrichtung von 20 Ausbildungsplätzen nur für Sportler. Parallel zum Erlernen eines kaufmännischen Berufs können sie sich Trainingszeiten einrichten, die in einem „normalen“ Unternehmen nicht möglich wären. Hinzu kommt schließlich noch das betriebliche Gesundheitsmanagement am Arbeitsplatz, das von Mitarbeitern aus den Vereinen, Trainern oder Sportlern, übernommen wird.

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