Interview: Prof Dr Hans-Jürgen Schulke

Prof Dr Hans-Jürgen Schulke

Herr Prof. Dr. Schulke, Sie laden in Ihren Publikationen meist zum Dialog über zukünftige Entwicklungen im Bereich des Sports ein. Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, sich damit auseinander zu setzen?

Der Sport hat sich in den letzten 200 Jahren entsprechend gesellschaftlicher und technologischer Entwicklungen erheblich verändert. Der Prozess beschleunigt sich derzeit durch die Arbeitswelt 4.0 mit Automatisierung und KI (erfordert mehr Fitness- und Gesundheitssport) und neue Kommunikationstechnologien (Selbstorganisation im Fitnesssport, innovative Medialisierung im Zuschauersport). Prognose: 2030 hat sich der Sport organisatorisch, inhaltlich und technologisch grundlegend verändert.

Welche besonderen Entwicklungen konnten Sie in diesem Bereich in den letzten Jahren beobachten?

Zunahme des Fitness- und Gesundheitssports in den Vereinen und kommerziellen Organisationsformen mit individueller Selbstorganisation, Dominanz des Spitzensports in der Unterhaltungsindustrie. In beiden Bereichen spielt innovative Informationstechnologie eine immer größere Rolle.

Welche Chancen und Risiken gehen mit der Digitalisierung vor allem im Bereich des Sports einher?

Schnellere und umfangreichere Verfügbarkeit zu Sportangeboten und damit auch optimierte Gesundheitsversorgung – zunehmend in den Betrieben. Attraktiverer Zuschauersport durch neue Übertragungstechniken (Augmented Sports). Der virtuelle Esports wird stark zunehmen. Das geht einher mit Marginalisierung der traditionellen autonomen Sportsysteme, globale Internetunternehmen werden den Sport prägen.

Was erwarten Sie sich von der diesjährigen Jenaer Sportmanagement-Tagung, bei der Sie den Keynote-Vortrag halten werden?

Ein mutiges, konzeptionelles  Denken über den digitalen Sport 2030, offene Diskussion der Mitgestaltung und eine qualifizierte Risikoabschätzung der Folgen. Das betrifft insbesondere den Vereinssport und seine Verbände.

Den originalen Artikel finden Sie in der Verband für Sportökonomie in Deutschland e. V. (VSD) 


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