Freunde der Sonne: Ist Stefan Effenberg schon ein echter LEADER?

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Holzmann

Ein Beitrag von Manager, Redner und Fußballfachmann Ernst Holzmann:

Mit der „Sonne“ hat Stefan Effenberg zwar nicht bei seiner ersten Pressekonferenz die anwesenden Journalisten begrüsst, aber keinen Zweifel daran gelassen, dass jetzt in Paderborn wieder ein echter LEADER das Sagen hat. Und dann gleich sein Team zu zwei Siegen (jeweils 2:0 gegen Braunschweig und bei Union Berlin) geführt.

Nun ist mit starken Sprüchen noch niemand Meister geworden, auch weil ein klares Konzept, ein darauf ausgerichtetes, systematisches Training, sowie körperliche Fitness der Spieler für den Erfolg schon auch dazugehören.

Aber nach meinen gemachten Erfahrungen ist gerade das Zeigen und Erzeugen von Leidenschaft ein entscheidender Charakterzug bei erfolgreichen Führungspersönlichkeiten und steht deswegen auch am Anfang der „Übersetzung“ des Wortes LEADER, welches nicht nur für den "Tiger" gelten kann:

L = Leidenschaftlich sein, Begeisterung für seine Aufgabe zeigen und das Lieben, was man tut. Getreu nach den Weisheiten von Augustinus und Konfuzius: „In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst“, beziehungsweise "Wähle einen Beruf den du liebst und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten". Die Spieler von Paderborn bewerteten die Ansprache von "Effe" vor dem Spiel gegen Braunschweig mit "er hat uns euphorisiert, dem Typ glaubt man einfach alles", und er selber sprach bei seinem ersten Arbeitstag mit leuchtenden Augen über "den Duft des Grases, der ihm die ganzen letzten Jahre gefehlt habe".

E = Entschlossenes Handeln, gerade in Krisensituationen oder „wenn´s drauf ankommt“. Verantwortung übernehmen, mutig sein: Nicht nur beim „Elfmeterschiessen“ sondern gerade auch beim Beschreiten neuer Wege oder beim Umsetzen anspruchsvoller, ungewohnter Aufgaben.

A = Aufmerksam sein und Anerkennung geben. Beobachten, was um einen herum passiert (Wettbewerber, äussere Bedingungen, eigenes Team, neue Trends,…). Am besten vorher schon erahnen, was passieren kann und agieren, statt zu spät reagieren zu müssen. Im Kontakt mit den Spielern (Mitarbeiter/innen, Kollegen, Chefs,…) bleiben. Schnelle, direkte, klare und offene Kommunikation ist entscheidend. Und ganz wichtig: Ein angebrachtes Lob zur richtigen Zeit verleiht Menschen im wahrsten Sinne des Wortes "Flügel" (ohne die "klebrige Brause" trinken zu müssen...), auch weil sie davon viel zu wenig bekommen. Egal, ob "auf dem Platz", zu Hause, oder im Büro.

D = Demut und Disziplin. Der Star ist die Mannschaft, Selbstdarsteller sind fehl am Platz. Morgens der Erste und Abends der Letzte, so setzt man Zeichen und lebt vor.

E = Ehrgeizige, motivierende, begeisternde Ziele setzen. Dabei sollte man immer den Anspruch haben, als Team den Titel (Weltmeister, Marktführer, Bestes Produkt, Beliebtester Arbeitgeber, Wertvollste Marke,…) zu holen. Zweiter zu werden, bedeutet leider schon erster Verlierer zu sein.

R = Respektvolles Umgehen miteinander. Jedes Teammitglied ist gleich wertvoll und wichtig. Schuldzuweisungen nach Niederlagen vermeiden, „den Siegeslorbeer“ teilen (und dann natürlich auch mal kräftig feiern!).

Beurteilen Sie nach dieser Beschreibung einfach mal das Verhalten und das Wirken der Team-Manager (Trainer) von Spitzenteams, wie diese auftreten und handeln.

Wer hat wirklich Verantwortung (z.B. Lucien Favre in Gladbach oder "Kloppo") für Misserfolge übernommen, und wer war/ist ein Selbstdarsteller (vielleicht L. v.Gaal oder J. Mourinho?), der sich bei Siegen feiern lässt und bei Niederlagen die Schuld auf die Mannschaft abwälzt. Und ist die gezeigte Leidenschaft und die hundertprozentige Identifikation mit dem Arbeitgeber zum Beispiel von Pep Guardiola beim FC Bayern, Christian Streich beim SC Freiburg, oder von Dirk Schuster bei den "Lilien" ein entscheidender Faktor für die Mannschaftsleistung?

War das mutige Handeln von Jogi Löw im Endspiel gegen Argentinien (Aufstellung des unerfahrenen Christian Kramer und „offensive“ Einwechslung von Schürrle und Götze) der ausschlaggebende Faktor und war er beim Festhalten an M. Özil konsequent oder nur stur? Wie hat er sich im Coaching (Körpersprache, getroffene Massnahmen,..) gegenüber den Turnieren vorher verändert und welchen Einfluss hatte dies auf sein Team?

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es beim "Tiger" in Paderborn weitergeht und ob er sich auch an der Lebenserfahrung von Pele orientiert:

"Erfolg ist kein Zufall. Er kommt zu uns durch harte Arbeit, Ausdauer, Lernen, Aufopferung und vor allem Liebe zu dem, was wir tun, lehren oder lernen!“

Vielen Dank an Ernst Holzmann für die spannenden Einblicke in die Bedeutung der Führung im Unternehmen.

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