Erfolgsfaktor Gesundheit: Wenn die Seele kränkelt, schwindet die Leistung

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Antje Heimsoeth

Erfolgsfaktor Gesundheit: Wenn die Seele kränkelt, schwindet die Leistung – wie der Führungsstil zur mentalen Stärke von Mitarbeitern beiträgt

Von Antje Heimsoeth, Mental Coach, Keynote Speaker und Bestseller Autorin

Im Sport zählen nur Erfolge, auch hinter den Kulissen im Managementbereich. Hier ist erfolgreich, wer produktiv, effektiv und flexibel agiert. Doch was versetzt uns in die Lage, die täglichen Anforderungen zu erfüllen? Es sind vor allem Freude und Begeisterung, die uns zu Höchstleistungen beflügeln. Von der Hirnforschung wissen wir, dass zufriedene Mitarbeiter belastbarer, kreativer, lern- und leistungsfähiger sind. Ein entscheidender Faktor für die Zufriedenheit ist dabei die psychische Gesundheit. Hier lohnt es, genauer hinzuschauen. Dem jüngsten Psychoreport der gesetzlichen Krankenkasse DAK zufolge war jeder 20. Arbeitnehmer im vergangenen Jahr wegen psychischer Probleme krankgeschrieben. Seit 1997 hat sich die Zahl der Fehltage wegen seelischer Leiden verdreifacht, fast jeder zweite Fehltag aus psychischen Gründen wurde mit Depression begründet. Fraglich bleibt, ob die gestiegene Zahl auch darauf zurückzuführen ist, dass sowohl Ärzte als auch Patienten heute offener mit psychischen Ursachen für Erkrankungen umgehen. Fakt ist jedoch: Wer die psychischen Bedürfnisse seiner Mitarbeiter sicher stellt, trägt zum Erhalt ihrer geistigen und körperlichen Gesundheit bei – und profitiert vom vorhandenen Leistungsvermögen.

Sinkt das Wohlbefinden, sinkt die Leistung
Zu unseren Grundbedürfnissen zählt der Wunsch nach Zugehörigkeit, Sicherheit und Anerkennung. Werden diese Bedürfnisse nicht befriedigt, fühlen wir uns nicht wohl. Sinkt das subjektive Wohlbefinden, sinkt auch die Motivation und damit letztlich die Leistung. Bei anhaltender Nicht-Befriedigung dieser Grundbedürfnisse kann die psychische Gesundheit Schaden nehmen. Für ein Unternehmen hat das verheerende Folgen, da lange Ausfallzeiten drohen. Laut DAK-Psychoreport verursachte die Diagnose „psychische Erkrankung“ im Jahr 2014 betrachtet auf 100 DAK-Versicherte 273 Ausfalltage. Der Anstieg sei beispiellos, bei keiner anderen Krankheitsart gäbe es eine vergleichbare Entwicklung, so die DAK.

Ein gutes Betriebsklima verringert Stress
Führungskräfte werden das Bedürfnis ihrer Mitarbeiter nach Zugehörigkeit nicht immer befriedigen können. Wenn Umstrukturierungen anstehen, werden Teams aufgelöst oder neu zusammengesetzt und dadurch Arbeitsbeziehungen meist beendet. Manch einer fühlt sich plötzlich nicht mehr zugehörig. Umso wichtiger ist es dann, dass die Führungskraft alle Beteiligten in den Veränderungsprozess einbezieht. Das bedeutet, Absprachen vor Veränderungen zu treffen und die Zustimmung der Betroffenen vor Entscheidungen abzuholen. Die Integration von Mitarbeitern in die Abteilung ist ein wesentlicher Erfolgsgarant für ein gutes Betriebsklima. Menschen leben von den Beziehungen zueinander. Eine gute soziale Integration verringert wahrgenommene Belastungen und Stressoren.

Anerkennung, Wertschätzung und Freude fördern Höchstleistung
Die Güte der Führung und die Arbeitszufriedenheit des Einzelnen hängen unweigerlich zusammen. Je gesundheitsbewusster und wertschätzender der Führungsstil  in einem Unternehmen ist, desto stärker ist die psychische Verfassung seiner Mitarbeiter. Wenn Führungskräfte und Mitarbeiter, aber auch Mitarbeiter untereinander, sich vertrauensvoll begegnen und die Leistungen der anderen anerkennen, trägt das wesentlich zu einer positiven Unternehmenskultur bei – und das macht uns im Job glücklich. Dazu gehört auch eine optimale Gestaltung der Arbeitsinhalte. Das bedeutet, Transparenz, eine eindeutige Definition von Funktionen und befriedigende, interessante Aufgaben (Elger, 2013). Spaß an der Aufgabe und der Arbeit im Team, gelebte Gemeinschaft und die Bestärkung des Selbstvertrauens fördern die psychische Gesundheit von Mitarbeitern. Auf diese Weise geführt und unterstützt, entwickeln Mitarbeiter eine hohe Resilienz, mentale und emotionale Stärke für die Herausforderungen im Job – und das befähigt sie zu Produktivität, Effizienz und Flexibilität.


Verwendete Literatur:
Elger, C. (2013) Neuroleadership – Erkenntnisse der Hirnforschung für die Führung von Mitarbeitern. Haufe, 2. Auflg., Freiburg, S. 97ff.
DAK-Psychoreport 2015, https://www.dak.de/dak/download/DAK-Psychoreport_2015-1718442.pdf

Über die Autorin
Antje Heimsoeth, Diplom-Ingenieurin (FH), Coach, ECA und DVNLP, zert. Mental Coach, Gesundheitstrainerin, ECA Sport Coach (Master Competence), zert. Entspannungspädagogin, zert. Business Coach und Top-Speakerin mit mentalem Olympiafaktor: Go for Gold! mit eigenem Institut SportNLPAcademy®, ausgezeichnet als „Vortragsrednerin des Jahres 2014“. 

Weltweit tätig. Auftritte bei Sport1, hamburg1, nrw.tv, BR (Blickpunkt Sport) und Sky sowie auf AIDA-Reisen. Bestsellerautorin, neu erschienen: „Chefsache Kopf. Mit mentaler und emotionaler Stärke zu mehr Führungskompetenz“. Springer Gabler, 2015. 
Infos unter www.business-mentaltrainer.eu, www.antje-heimsoeth.com

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