Am Anfang steht das Ziel

Veröffentlicht: Montag, 1. Februar 2016

heimsoeth ziele

Nur wer ein Ziel hat, kann den Weg dorthin planen.

Haben Sie sich auch gute Vorsätze für 2016 gefasst, sich Ziele gesetzt - privat und beruflich? Ohne Ziele generieren wir kein persönliches Wachstum. Denn ohne Ziele schaffen wir keinen Anreiz zur persönlichen Weiterentwicklung. Nur wer sein Ziel kennt, kann Strategien zur Zielerreichung entwickeln – das gilt fürs Business wie für den Sport oder andere Lebensbereiche. Je klarer und aktiver Ihre Definition eines Ziels ist, desto höher sind Ihre Chancen, es auch zu erreichen. Zielarbeit ist der erste, enorm wichtige Schritt im Mentalcoaching.

Ergebnis- und Handlungsziele
Im Job legen wir in der Regel Ziele auf Basis konkreter Ergebnisse fest. Ein Ergebnisziel beschreibt ein klar quantitativ messbares Ergebnis („Ich erfülle die Vorgaben und erreiche noch mindestens fünf Prozent mehr.“, „Bis 31.12.2016 wiege ich 80 kg und weniger“). Solche Ergebnisziele lassen sich genau überprüfen, bergen allerdings auch Potenzial für Druck und Frust, weil sie nicht vollständig unserem eigenen Einfluss unterliegen. 
Positive Handlungsziele können hier motivierender wirken. Denn diese können Sie auch erreichen, wenn Sie das Ergebnisziel verfehlen. Ein Handlungs- oder Prozessziel beschreibt den Weg zum Ergebnis sowie die Qualität Ihrer Handlungen auf diesem Weg. Mit anderen Worten: Es bezeichnet erwünschte Zustände, die Voraussetzung zur Erreichung eines Ergebnisziels sind. Handlungsziele haben wir selbst in der Hand. 
Beispiele für Handlungsziele: „Ich schaffe optimale Arbeitsbedingungen, um das Erreichen der Vorgaben möglich zu machen.“ oder „Ich mache täglich mindestens eine Stunde Akquisearbeit und eine halbe Stunde Social Media.“ 

Handlungsziele sorgen dafür, dass wir im Hier und Jetzt bleiben. Das hilft, um voll konzentriert jetzt notwendige Handlungen zu vollziehen. Bin ich nur aufs Ergebnis fokussiert, lenke ich mich dadurch von der aktuellen Aufgabe ab. Wenn wir uns nicht allein aufs Ergebnis fokussieren, sondern uns dem Augenblick voll und ganz hingeben, also den Prozess verinnerlichen, unsere gesamte Energie fürs Gelingen einsetzen und Fortschritte verzeichnen, dann empfinden wir in der Regel Freude und Flow dabei. Diese Freude wird dann zur Motivation und stützt die Erreichung des Ergebnisziels (vgl. Heimsoeth, Chefsache Kopf. Mit mentaler und emotionaler Stärke zu mehr Führungskompetenz. Springer Gabler 2015. S. 80-81).

Kurz-, mittel- und langfristige Ziele
Wie bei vielen Dingen im Leben, hilft es auch bei Zielen, sie zeitlich zu fixieren. Bis wann genau wollen Sie noch fünf Prozent mehr erreicht haben? Setzen Sie einen für Sie realistischen Zeitpunkt fest und benennen Sie ihn in Ihrer Zielformulierung: „Im dritten Quartal erfülle ich die Vorgaben und im vierten Quartal erreiche ich fünf Prozent mehr.“ Manche Ziele bedürfen eventuell längerer Vorbereitung, auch das berücksichtigen Sie bei der Zielsetzung. Ziele lassen sich zeitlich in langfristige Ziele (2-3 Jahre), mittelfristige (bis zu einem Jahr) und kurzfristige (2-3 Monate), unterscheiden. 

Erleichtern Sie sich den Weg zu Ihrem jeweiligen Ziel durch das Setzen von Zwischenzielen. Damit sorgen Sie für motivierende Erfolgserlebnisse. Ihre Erfolgszuversicht wächst. Und das lenkt die Aufmerksamkeit auf die Umsetzung und den Prozess. Dokumentieren Sie alle Ziele schriftlich. Erreichen Sie ein Zwischenziel nicht, analysieren Sie die Ursachen und beheben Sie diese. Erreichen Sie mehr als ein Zwischenziel nicht, fragen Sie sich, ob Sie sich das Ziel zu hoch gesetzt haben oder es gar unrealisierbar ist? Je erfolgreicher Sie Ihre Zwischenziele verwirklichen können, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Ihre finale Zielerreichung.
 
Schriftliches Formulieren von Zielen
Es reicht nicht, Ziele im Kopf zu formulieren. Ziele werden für uns verbindlicher, wenn wir sie schriftlich formulieren und visualisieren. Schließen Sie mit sich einen „Vertrag“, der die Zielerreichung regelt. 
Eine Klientin von mir wollte als Golfspielerin sowohl ihr Handicap als auch ihre Kondition verbessern. Doch gerade beim Aufbau körperlicher Fitness mangelte es ihr an Konsequenz. Ein Ziel-Vertrag half ihr weiter. Sie verpflichtete sich, in den folgenden sechs Monaten dreimal wöchentlich mindestens eine halbe Stunde zu joggen und sich mindestens zwei Stunden pro Woche nur mit ihrem Putten zu beschäftigen. Sie legte Tage, Art und Ort des Trainings fest und ließ den Vertrag durch eine vertraute Person bestätigen. Ein solcher „Zeuge“ verstärkt unsere Motivation, das Ziel zu erreichen. Die Golflegende Gary Player sagt in seinem Buch „Don’t Choke: A Champion’s Guide to Winning Under Pressure“: „ Schreibe Dir Ziele auf! Das ist für den Erfolg auf dem Golfplatz und im Leben allgemein ein wichtiger Ratschlag. Dabei darf man allerdings nie vergessen, dass diese Ziele nur durch harte Arbeit erreicht werden können. Wenn Du Dich dann dabei erwischst, wie Du am Scheitelpunkt zum Erfolg anfängst zu zögern, dann erinnere Dich an all die Arbeit, die Du investiert hast. Ich versichere Dir, danach bist Du bereit zu gewinnen."

Zur Autorin
heimsoethAntje Heimsoeth, Expertin für Selbstführung, Mentale Stärke und Motivation, Dipl. Ing. (FH), gehört zu den bekanntesten Mental Coaches und Vortragsrednerinnen im deutschsprachigen Raum. Seit 2003 führt sie in Rosenheim ihr Institut, die Heimsoeth Academy, wo sie Seminare, Ausbildungen und Coachings in den Bereichen Business, Gesundheit und Sport anbietet. Sie wurde mit „Vortragsrednerin des Jahres 2014“ ausgezeichnet und erhielt den Award „Erfolgreiche Unternehmerin 2016“. Ihr Praxiswissen hat Antje Heimsoeth bereits in mehreren Büchern niedergeschrieben. Ihr aktueller Managementratgeber  „Chefsache Kopf. Mit mentaler und emotionaler Stärke zu mehr Führungskompetenz“ zählt zu den Bestsellern unter den Motivationsbüchern.
Infos: www.antje-heimsoeth.com, www.business-mentaltrainer.eu 

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