"Schlechtes Image in Deutschland"

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Im Interview mit unserem Partner Sponsor News verrät Marketingleiter Robert Viefers mehr über 12 Jahre als Formel-1-Sponsor und die Zusammenarbeit mit den Brose Baskets.

Die holländische Zeitarbeitsfirma Randstad, die weltweit rund 19 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet, ist seit nunmehr 11 Jahren als Sponsor in der Formel 1 präsent - aktuell beim Williams-Team.
Das Engagement in der Königsklasse ist ein wesentlicher Baustein im Marketing von Randstad, "weil es eine ungleich höhere Glaubwürdigkeit als klassische Werbung hat. Die Formel-1 öffnet uns den Zugang zu Märkten, die wir sonst deutlich schwieriger erreichen würden", sagte Robert Viefers, Marketingleiter Randstad Deutschland, im SPONSOR NEWS-Gespräch.
Und: Zur Mitarbeiter-Rekrutierung hat man sich in Deutschland noch ein kleineres, aber sehr effektives Sponsorship zugelegt - beim Basketball-Bundesligisten Brose Bamberg. 

Sponsor News: Randstad ist schon seit 2006 Sponsor des Williams-F1-Teams: keine Selbstverständlichkeit in einer Zeit, in der viele Sponsoren nur für ein, zwei Jahre unterschreiben. Welche Ziele verfolgen Sie damit?

Viefers: Zuallererst wollen wir bekannter werden, nicht in Europa, da kennen uns die meisten Menschen. Aber in vielen Ländern der Welt, in denen die Formel 1 sehr erfolgreich ist, haben wir noch Luft nach oben. Dass wir damit Erfolg haben, beweist unsere Evaluierung jedes Jahr aufs Neue. Doch wir nutzen die Formel 1 auch ganz direkt: Im Sommer 2015 haben wir die Randstad Williams Engineering Academy ins Leben gerufen, die Jugendliche für eine spätere Karriere als Ingenieur in der Formel 1 vorbereitet. Zwar gibt es nur elf Plätze, nach einer weltweiten Vorauswahl durch den Wettbewerb 'F1 in Schools', doch für diejenigen Aspiranten, die nicht aufgenommen werden konnten, bemühen wir uns um Praktikumsplätze und verbinden so unsere Expertise als Personaldienstleister mit unserem Engagement bei Williams. Es ist ein globales Projekt, das uns sehr dabei hilft, uns als Personaldienstleister und attraktiver Arbeitgeber zu positionieren...

Sponsor News: ...weil Randstad mit Zeitarbeit identifiziert wird?

Viefers: Tatsächlich sind wir Deutschlands größter Zeitarbeitgeber, aber wir bringen auch viele Menschen in Festanstellung, betreiben also eine Art Headhunting light. Doch so schlecht wie in Deutschland ist Zeitarbeit nirgendwo sonst angesehen, das bedauern wir sehr.

Sponsor News: ...warum ist das in Deutschland so negativ belegt?

Viefers: Das liegt auch daran, dass die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes in anderen Industrieländern viel weiter fortgeschritten ist, am weitesten in Skandinavien und den Beneluxländern. Da wird es als völlig normal angesehen, den Arbeitgeber oft zu wechseln. Deshalb nutzen wir das Williams-Sponsorship in Deutschland vor allem, um vom Imagetransfer zu profitieren, zum einen über die Logos auf den Autos, den Overalls oder den Mechanikern, das wechselt immer von Vertrag zu Vertrag.

Sponsor News: Gerade in Deutschland betreibt Randstad aber auch noch einige andere Sponsorships. Weil die Formel 1 hier nicht mehr so erfolgreich ist wie noch vor fünf Jahren?

Viefers: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Man kann ein globales Engagement nicht aus der Perspektive eines bestimmten Landes erklären. Wie gesagt, anderswo ist die Formel 1 erfolgreicher denn je. Dass wir in Deutschland mit BMW-Motorsport zusammenarbeiten, hat nur mit BMW zu tun. Es ist eine extrem gut positionierte Marke, die für uns in puncto Imagetransfer sehr wertvoll ist. Wir sind zwar mit unseren Randstad-Logos präsent, aber der qualitative Aspekt ist für uns dabei zweitrangig. Wir nutzen die Hospitality-Bereiche sehr stark, um mit unserer Zielgruppe, Unternehmen mit hohem Personalbedarf, einmal zwanglos ins Gespräch zu kommen.

Sponsor News: Die Rennen finden in ganz Europa statt und sind attraktive Events. Wie nutzen Sie im Vergleich dabei eine rein regionale Marke wie die Brose Baskets?

Viefers: Ganz ähnlich. Hier geht es uns um den Großraum Bamberg/ Nürnberg/Würzburg. Wir stellen uns dem Publikum als Personaldienstleister vor, der Bewerbermarkt gewinnt für uns ja zunehmend an Bedeutung...

Sponsor News: ...also ganz konkretes Buhlen um Mitarbeiter...

Viefers: ...ja, der Kampf um qualifizierte Mitarbeiter wird immer härter, da hilft es uns sehr, über eine gute Reputation als Förderer des lokalen Sports zu verfügen. Bei jedem Spiel laden wir natürlich Unternehmensvertreter in unsere Loge ein.

sponsor news: Wenn es Ihnen vor allem ums Image geht, könnten Sie doch auch klassische Werbung schalten. Warum ziehen Sie aber Sponsoring vor?

Viefers: Weil es eine ungleich höhere Glaubwürdigkeit besitzt. Die Formel-1 öffnet uns den Zugang zu Märkten, der sonst deutlich schwieriger wäre. Hinzu kommt die globale Wirkung eines einzigen Engagements wie mit Williams. Sponsoring hat auch den Vorteil, deutlich weniger aufwendig im Handling zu sein. Sonst müsste jede einzelne Landesgesellschaft ihre eigene Kampagne fahren und einbuchen.

Sponsor News: Was erwarten Sie von den neuen Besitzverhältnissen in der Formel 1?

Viefers: Aufgrund der noch viele Jahre gültigen Abmachungen mit den einzelnen Teams und Ausrichtern glaube ich nicht, dass sich für uns in nächster Zeit etwas ändern wird.


Den originalen Artikel finden Sie in der Februar-Ausgabe von Sponsor News. Sponsor news ist das richtungsweisende Fachblatt für Sponsoring im deutschsprachigen Raum und erscheint seit Februar 1992 monatlich.

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