„Das Projekt stößt auf großes Interesse“

Dies ist ein Gast-Interview von Stadionwelt.

In zwei Jahren wird in Deutschland die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen stattfinden. Mark Schober, Generalsekretär beim Deutschen Handball-Bund (DHB), spricht über die Anforderungen an die möglichen Spielorte und blickt voraus auf die Männer-WM im Jahr 2019.

Mark Schober

Stadionwelt: Gibt es Spielorte, die sich der DHB als Austragungsorte für die Frauen-WM 2017 besonders gut vorstellen kann bzw. wünscht?

Mark Schober: Wir haben uns sehr bewusst für ein transparentes Ausschreibungsverfahren entschieden, um uns nicht von Vorstellungen und Wünschen leiten zu lassen. Wir wollen ein aus sportlicher, atmosphärischer und wirtschaftlicher Sicht optimales Ergebnis erreichen.

Stadionwelt: Haben bereits Spielorte ihr Interesse beim DHB bekundet oder gar schon ihre Bewerbung eingereicht?

Schober: Das Projekt Frauen-WM 2017 stößt auf großes Interesse. Dafür sprechen zahlreiche Rückfragen, die bereits bei uns eingegangen sind. Das spricht für die Attraktivität des Events und damit auch des Frauenhandballs. Bis zum 15. Mai können interessierte Ausrichter noch die bearbeiteten Ausschreibungsunterlagen einreichen.

Stadionwelt: Ist es richtig, dass die Kapazität für Vorrundenspiele bei 3.000 und für Hauptrundenspiele bei 5.000 Plätzen liegen muss?

Schober: Der Weltverband fordert diese Kapazitäten. Mit Blick auf weitere Erfordernisse – beispielsweise Möglichkeiten für Medien oder Flächen für Sponsoren – halten wir diese Kapazitäten auch für angemessen.

Stadionwelt: Wie viele Spielorte sind insgesamt vorgesehen?

Schober: An der Frauen-WM 2017 nehmen 24 Mannschaften teil. Aus vier Gruppen mit jeweils sechs Teams erreichen die jeweils besten vier Mannschaften die Achtelfinals. Wir benötigen also mindestens vier Standorte für die Vorrunde. Alles Weitere hängt auch von den Ergebnissen der Bewerbungsphase ab.

Stadionwelt: Gibt es die Idee, das Finale oder das Eröffnungsspiel separat in einer größeren Arena stattfinden zu lassen?

Schober: Wir sind gespannt, welche Ideen während der Bewerbungsphase an uns herangetragen werden. Voraussetzung für die Realisation dieser Ideen ist allerdings auch, dass diese wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar sind. Grundsätzlich ist dies aber denkbar.

Stadionwelt: Wie viele bzw. welche Spiele der Männer-WM 2019 sollen in Deutschland stattfinden?

Schober: An der Männer-WM 2019 werden 24 Mannschaften teilnehmen. In Deutschland sollen das Eröffnungsspiel, zwei Vorrundengruppen, die Hälfte der Achtel- und Viertelfinals sowie beide Halbfinals stattfinden.

Stadionwelt: Wann plant der DHB eine Ausschreibung für Bewerber-Städte zu starten?

Schober: Wie zur Frauen-WM 2017 wird es auch für den deutschen Teil der in Deutschland und Dänemark stattfindenden Männer-WM 2019 ein standardisiertes und transparentes Bewerbungsverfahren geben. Dieses wird wahrscheinlich 2016 beginnen.

Stadionwelt: Wie viele Spielorte sind in Deutschland vorgesehen?

Schober: Wir werden mit Blick auf die beiden Vorrundengruppen mindestens zwei Spielorte benötigen. Maximal werden es sechs WM-Standorte sein.

Stadionwelt: Gibt es ähnlich wie bei der Frauen-WM eine Kapazitätsanforderung?

Schober: Die Kapazitätsanforderungen entsprechen den Minimumanwendungen der Frauen-WM. Diese werden wir bei einer WM der Männer in Deutschland sicher erhöhen.

Stadionwelt: Spielt die örtliche Nähe zu Dänemark eine Rolle? Zieht man daher eher Arenen in Norddeutschland in Betracht?

Schober: Mit der WM 2019 wollen wir bundesweit für den Handballsport begeistern. Deshalb haben wir im 2013 gemeinsam mit Dänemark vorgestellten WM-Konzept auch beispielhaft einen von Süden nach Norden reichenden Strang genannt. Grundsätzlich ziehen wir jedoch alle Arenen in Betracht, die die Anforderungen erfüllen können. Wir haben in Deutschland eine fantastische Infrastruktur und sind gespannt auf die Ergebnisse, die die Ausschreibung der Standorte bringen wird. Für die Zuschauer aus dem In- und Ausland sollen die Weltmeisterschaften 2017 und 2019 in den bestmöglichen Spielorten besondere Erlebnisse werden. (Stadionwelt, 09.04.2015)

Vielen Dank an Stadionwelt für das interessante Interview. 

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