#AmateureEchteProfis – 2. Teil: Die Strategie

Veröffentlicht: Montag, 1. August 2016

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Nachdem im ersten Teil der Serie „Social Media Marketing für Amateursportvereine“ die Planungsphase thematisiert wurde, kommt in diesem Teil der wichtigste Schritt: die Strategieentscheidung. Dieser Schritt beinhaltet die Aufstellung eines Plans, der aufzeigt, welcher Content wann und von wem publiziert wird. Dabei handelt es sich um den Kommunikations- oder Maßnahmenplan. Der Kommunikations- oder Maßnahmenplan soll sicherstellen, dass der Kanal erst nach der Anstellung von Überlegungen über mögliche Veröffentlichungen aktiv geschaltet wird.

Eine zu frühe Aktivierung kann dazu führen, dass User, die dem Kanal bereits Aufmerksamkeit schenken, frustriert über das Fehlen von Content sind. Der Content ist das entscheidende Kriterium bei Amateursportvereinen und muss die Corporate Identity des Vereins wiederspiegeln. Dabei nimmt dieCorporate Identity oder auch Vereinsidentität im Social Media Marketing für Amateursportvereine eine besondere Stellung ein. Zur Definition der Vereinsidentität und des Markenbildes sollte ein Amateursportverein für sich folgende Fragen beantworten: Wofür stehen wir? Was sind unsere Stärken? Wie unterscheiden wir uns im Gegensatz zu den Vereinen in der Umgebung? Wie wollen wir von unseren Mitgliedern und von unserer Außenwelt wahrgenommen werden? Die Vereinsidentität sollte durchgehend über die Sozialen Netzwerke transportiert werden und eine Identifikation und ein Zusammengehörigkeitsgefühl mit der Region und den Bürgern schaffen. Ein Amateursportverein muss demnach das Besondere im Verein finden und authentisch auftreten. Er darf nicht der gleiche Amateursportverein sein wie es ihn in Deutschland mehr als tausendmal gibt. Amateursportvereine einer Region zeichnen sich bereits häufig durch ein Image aus und stehen für eine bestimmte Sache. Es gibt Vereine, die hauptsächlich aus Spielern bestehen, die in diesem Dorf aufgewachsen sind, Vereine, die früher mal hochklassig gespielt haben, Vereine, die sehr viele Jugendmannschaften betreiben, Vereine bei denen während eines Spiels das ganze Dorf zuschaut oder auch Vereine, die schon in den unteren Ligen Spieler mit niedrigen Aufwandsentschädigungen locken. Daraus ergeben sich automatisch bereits Attribute, die das Markenbild des Amateursportvereins beeinflussen. Aus diesen Attributen lassen sich durchaus Themen entwickeln, die wiederum in Inhalte umgesetzt werden können.

Dabei geht es darum, dass ein Amateursportverein über das übliche Posten der Spielergebnisse am Wochenende hinaus den Fans attraktive Inhalte und einen daraus resultierenden Mehrwert bietet. Der große Vorteil liegt darin, dass die Distanz zu den eigenen Spielern und zum gesamten Verein viel geringer ist. Die Mannschaften und einzelne Spieler sind viel leichter zu erreichen und in die Sozialen Netzwerke einzubauen. Es besteht die Möglichkeit, während und nach dem Training oder einem Spiel Bilder und Videos mit einer Kamera oder dem Smartphone aufzunehmen und direkt online zu stellen. Hier spielt die Qualität des Videos eine untergeordnete Rolle. Für Fans ist diese Art interessant und attraktiv, da oft eine persönliche Beziehung zu dem Spieler oder der Mannschaft besteht. Es ist wichtig, den Leuten das Gefühl von Nähe zu vermitteln, die in Profivereinen oftmals zu kurz kommt. Dabei treten nicht nur die im Post eingebundenen Spieler als Multiplikatoren auf, sondern ebenfalls deren Freunde, Verwandte, die Familie, Mitglieder und die Bewohner aus dem Dorf, in dem der Verein angesiedelt ist. Ein Amateurverein hat die Möglichkeit, beispielsweise mit Hilfe einer GoPro-Kamera oder auch nur durch ein Smartphone ein Spiel zu filmen oder Stimmen von Spielern und Trainern nach dem Spiel aufzunehmen. Aus dem gefilmten Spiel können durch eine Amateursoftware die Tore zusammen geschnitten werden, wohingegen die Stimmen direkt online gestellt werden können. Daraus resultierend kann der Verein wiederum das Tor des Monats oder den Spieler des Monats von der Community wählen lassen.

Diese attraktiven Inhalte steigern die Interaktion, da ein Amateursportler viel näher zu den einzelnen Fans und Usern steht und jeder sich gerne anschaut, wie der Nachbar oder der Schul- oder Arbeitskollege gespielt hat. Durch die digitale Mund-zu-Mund-Propaganda entsteht ein viraler Effekt. Diese Art der Inhalte können wiederum den Kanälen der lokalen Medien zur Verfügung gestellt werden. Dadurch erhält der Verein mehr Aufmerksamkeit und Fans und der Verein gewinnt zusätzlich an Reichweite. Weitere attraktive Inhalte beinhalten aktuelle Themen aufzugreifen. Dadurch können Markenbotschaften transportiert werden und weitere Sympathisanten hinzugewonnen werden. Ein aktuelles Beispiel ist die Flüchtlingsthematik. Dabei ist es allerdings wichtig darauf zu achten, dass immer der Bezug zu der eigenen Sportart aufrechterhalten bleibt. Beispielsweise durch ein Training oder Freundschaftsspiel mit Flüchtlingen als Event oder die Übergabe von Trikotsätzen. Diese Themen sollten ebenso wie Neuigkeiten aus dem Vereinsleben mit aufgegriffen werden. Amateursportvereine haben als Aufgabe, durch kreative und authentische Inhalte eine Community aufzubauen.

Diese Reihe wurde im Original vom Institut für Fußballmanagement in Zusammenarbeit mit Kolja Dickmann veröffentlicht. 

Veröffentlichungen:
Zur Einführung der Serie
- Zum 1. Teil der Serie: Die Planungsphase
- Zum 2. Teil der Serie: Die Strategie
- Zum 3. Teil der Serie: Einbindung von Sponsoren
- Zum 4. Teil der Serie: Erfolgsfaktoren + der gesamte Leitfaden

Verfolgen Sie die Serie auch hier oder über Facebook.

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